Recap: DHC Life Sciences Day 2025 – Ein erfolgreicher Auftakt in Saarbrücken 

14. November 2025

Am 6. November 2025 öffnete die DHC Dr. Herterich & Consultants GmbH in Saarbrücken ihre Türen zum ersten DHC Life Sciences Day unter dem Motto  

„Compliance by Design – SAP Innovation trifft Regulatorik“. 

Die Veranstaltung brachte führende Vertreter:innen aus Pharma- und MedTech-Unternehmen zusammen, um aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von SAP-Technologie, GxP-Compliance und Digitalisierung zu diskutieren. 

Mit Beiträgen von Expert:innen aus Unternehmen wie SAP, Ursapharm, Greiner, Sartorius, Carl Zeiss und weiteren Branchengrößen bot der Tag ein großes Programm voller praxisnaher Impulse und Zukunftsperspektiven. 

Auftakt und Begrüßung

Eröffnet wurde der Tag von Dr. Rudi Herterich, Geschäftsführer der DHC, und Karsten Schulz, Director Sales, Marketing & Business Development. Sie hoben in ihrer Begrüßung hervor, dass es bei „Compliance by Design“ nicht nur um Technologie, sondern um die intelligente Verbindung von Regulatorik, Effizienz und Innovation geht. 

Daraus entstanden folgende Thesen, die den inhaltlichen Rahmen des Tages bildeten: 

  1. „Reduce to the Max“ – so wenig wie möglich, so viel wie nötig. 
  2. Die klassische Validierung ist Vergangenheit. 
  3. Automatisierung der Validierungsprozesse ist Pflicht. 
  4. Validierung als Service über Unternehmensgrenzen hinweg nutzen. 

Diese Leitgedanken zogen sich wie ein roter Faden durch den Tag – von übergeordneten SAP-Themen bis zu praktischen Projekteinblicken.
Als sichtbares Symbol dafür brachte Schulz gleich zu Beginn einen Staffelstab inklusive rotem Faden mit, der im Laufe des Tages, symbolisch als verbindendes Element von Referentin zu Referenten weitergereicht wurde . 

Keynote: Dr. Wolfgang Schumacher 

Den ersten Fachbeitrag hielt Dr. Wolfgang Schumacher, Auditor und ehemaliger Mitarbeiter bei F. Hoffmann-La Roche.  

In seiner Keynote „Life Sciences im Wandel – Regulatorische Trends und Chancen durch Innovation“ beleuchtete er die zunehmende Komplexität regulatorischer Anforderungen im Zeitalter von Cloud und SaaS. 

Anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus internationalen Inspektionen zeigte er, wie stark sich die Erwartungen der Behörden verändert haben.
Inspektionsberichte würden heute zwischen Behörden ausgetauscht – ein Trend, der Unternehmen zu konsistenter Dokumentation, klarer Verantwortlichkeit und fundiertem Quality Oversight verpflichtet. 

Besonders im Fokus standen der Annex 11-Entwurf (Juli 2025) und die GAMP 5 Second Edition, die neue Maßstäbe für Multi-Faktor-Authentifizierung, Periodic Reviews und Penetration Tests setzen.
Ein strukturiertes Lieferantenmanagement und regelmäßige Supplier Audits seien dabei unverzichtbar, insbesondere bei Cloud-Lösungen wie SAP S/4HANA. 

Schumacher machte deutlich, dass Validierung heute ein kontinuierlicher, technologiegestützter Prozess ist.
Automatisierte Tests, elektronische Dokumentation und risikobasierte Ansätze nach CSA seien der Schlüssel, um Compliance und Effizienz zu vereinen. 

Sein Fazit: Die Digitalisierung verändert Validierung grundlegend – sie erfordert Fachexpertise, integrierte Tools und eine enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Anbietern und Dienstleistern. 

SAP Business Suite & SAP Cloud ALM 

Den roten Faden des Tages führten anschließend Susan Finger und Lisa Sanders von SAP fort.
Finger, Architecture Advisor Life Sciences und Customer Advisory Process & Life Sciences bei SAP, stellte die neu konzipierte SAP Business Suite für Life Sciences vor, die als modulare, cloudbasierte Plattform auf der SAP Business Technology Platform (BTP) aufbaut.
Sie zeigte, wie branchenspezifische Erweiterungen – etwa für Zell- und Gentherapie, klinische Studien oder Chargenfreigaben – helfen, spezielle Prozesse in der Life Sciences mit SAP zu optimieren sowie Transparenz und Nachverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette sicherzustellen.
Ein zentrales Element sei dabei die SAP Business Data Cloud, die operative Daten kontextbewusst verfügbar macht und so KI-gestützte Analysen ermöglicht.
Mit der RISE-Methodik und SAP Cloud ALM könnten Unternehmen ihre Cloud-Transformation strukturiert und regelkonform gestalten – in enger Zusammenarbeit mit Partnern wie DHC, die Validierung direkt im Systemumfeld ermöglichen. 

Daran knüpfte Lisa Sanders, Product Expert Application Lifecycle Management Cloud, an.
Sie erläuterte, wie Implementierung, Test- und Change-Management im Cloud ALM digital verbunden werden und damit die SAP Systeme effizient von SAP ECC in die SAP Business Suite transformiert und effiziente gemanaged werden können .
Regelmäßige Releases, ISO-zertifizierte Entwicklungsprozesse und Funktionen wie Risk-Management, Dokumenten-Freigaben und Segregation of Duties machen das Tool zu einem zentralen Baustein für Compliance by Design.
Sanders hob die enge Kooperation mit der DHC hervor, deren Smart Validation Accelerator über standardisierte APIs direkt in Cloud ALM integriert werden kann – als gemeinsamer Schritt hin zu einer digital validierten, zukunftsfähigen Systemlandschaft, deren Compliance Status effizient nach Updates aufrecht erhalten wird. 

Ursapharm und die Life Science Alliance – Zusammenarbeit für eine GxP-konforme S/4HANA-Transformation 

Wie Unternehmen den Wechsel zu S/4HANA unter GxP-Bedingungen erfolgreich gestalten können, zeigten Dr. Eric Schank, Leiter SAP-IT bei der URSAPHARM Arzneimittel GmbH und Maximilian Gött, Sales Manager der All for One Group.
Gemeinsam mit der All for One Group und der KEK ist die DHC Teil der Life Science Alliance – einer Partnerschaft, die Kunden aus der Life-Science-Branche in Implementierung, Prozessberatung und Validierung aus einer Hand begleitet. 

URSAPHARM, ein familiengeführter Hersteller aus Saarbrücken mit rund 1.200 Mitarbeitenden und weltweiten Exporten, bereitet aktuell die Migration seines langjährig genutzten ECC-Systems auf S/4HANA Private Cloud vor. In einer gemeinsamen Discovery-Phase mit der Life Science Alliance wurden die bestehende Systemlandschaft analysiert, GxP-Anforderungen integriert und eine realistische Roadmap für das Migrationsprojekt entwickelt. 

Anstelle eines kompletten Neustarts entschied sich URSAPHARM für einen Bluefield-Ansatz, also eine schrittweise und validierungskonforme Weiterentwicklung bestehender Prozesse.
Dr. Schank betonte, wie wichtig es sei, Optimierungen gezielt und mit Augenmaß umzusetzen, die Mitarbeitenden frühzeitig einzubinden und die Validierung als kontinuierlichen Bestandteil des Projekts zu verstehen. Die enge Zusammenarbeit zwischen IT, Fachbereichen und Validierungspartnern, die über die Allianz koordiniert wurde, erwies sich dabei als zentraler Erfolgsfaktor. 

Digitale Validierung mit dem DHC Smart Validation Accelerator und SAP Cloud ALM 

Im anschließenden Themenblock stand die Zukunft der computergestützten Validierung im Mittelpunkt.
Matthias Bothe, Geschäftsführer der DHC, zeigte in seiner Session zur „End-to-End Digital Validation Platform Initiative“, wie sich Validierungsprozesse durchgängig digital abbilden und mit den SAP-Werkzeugen Cloud ALM, Signavio und dem DHC Smart Validation Accelerator (SVA) verbinden lassen.
Ziel ist es, klassische Dokumenten-Workflows abzulösen und die Validierung künftig direkt im System zu steuern. Sie soll dabei vollständig integriert, nachvollziehbar und auditfähig sein.  

Bothe verdeutlichte, dass sich die Anforderungen an GxP-Compliance durch häufige Cloud-Releases und den verstärkten Einsatz von KI-gestützten Anwendungen stark verändert haben. Um dieser Dynamik gerecht zu werden, brauche es automatisierte Traceability, datenbankbasierte Dokumentation statt statischer Word-Dateien sowie ein enges Zusammenspiel zwischen Projektmanagement, Testmanagement und Change-Control.

Der DHC Smart Validation Accelerator, eine von der DHC im Rahmen der SAP End-2-End Digital Validation Platform Initiative entwickelte Lösung, erweitert SAP Cloud ALM um genau diese Funktionen – etwa elektronische Signaturen, Risikobewertungen, automatisierte Traceability- und Risiko-Matrizen sowie einen GxP-konformen Change-Prozess mit einer Change Impact Analyse. Eine Livedemo des Systems rundete den Vortrag ab.  

Wie das in der Praxis funktioniert, demonstrierten Dominik Hubertus, Director Innovation & Technology bei der DHC und Sandra Haslehner, Senior Expert IT CSV bei der Greiner Group, mit Einblicken in das laufende SAP S/4HANA-Implementierungsprojekt.
Das österreichische Unternehmen nutzt SAP Cloud ALM als zentrales Projekt- und Lifecycle-Management-Tool und pflegt dort sämtliche validierungsrelevanten Daten – von User Requirements über Functional Specifications bis zu Testfällen.
Der DHC Smart Validation Accelerator (SVA) übernimmt diese Informationen automatisiert, führt sie zusammen und ermöglicht Freigaben per elektronischer Signatur. 

Haslehner betonte, dass ein solch globales Projekt mit rund 190 Teammitgliedern und über 200 Prozessen nur digital zu bewältigen sei.
Statt unzählige Word- und Excel-Dateien zu pflegen, werden alle Inhalte zentral in Cloud ALM verwaltet, wodurch sie jederzeit aktuell, nachvollziehbar und revisionssicher bleiben. Die Validierung im DHC SVA wird so zum integralen Bestandteil des Projekt- und Systemlebenszyklus – ein wichtiger Schritt hin zu Compliance by Design. 

Automatisiertes Testen als Erfolgsfaktor – Sartorius  

Ein weiteres Highlight des Tages war der Beitrag von Dr. Peter Skwara, Information Technology Quality Assurance Professional bei Sartorius Corporate Administration GmbH, der Einblicke in die weltweite S/4HANA-Conversion des Unternehmens gab. Das Projekt wurde nach dem Prinzip all-at-once umgesetzt – d.h. alle drei Regionen und 21 Produktionsstandorte gingen gleichzeitig live. Innerhalb von nur zwölf Monaten gelang so der Übergang auf ein validiertes S/4HANA-System mit globaler Nutzung. 

Um die Qualität und Stabilität sicherzustellen, setzte Sartorius konsequent auf Testautomatisierung. Mit Unterstützung eines Partners wurden mehr als 9 000 Testläufe durchgeführt und über 94 % der Regressionstests automatisiert. Der Sandbox-Ansatz erwies sich dabei als entscheidend, um Prozesse früh zu testen, Fehler zu erkennen und Vertrauen in das neue System zu schaffen. 

Das Ergebnis: ein nahezu fehlerfreier Go-Live mit 99,4 % bestandenen Tests und einer Hypercare-Phase von nur zwei Wochen. Testautomatisierung hat sich bei Sartorius als Schlüssel erwiesen, um Qualitätssicherung, Geschwindigkeit und Compliance in Einklang zu bringen. 

Globale SAP S/4HANA-Validierung im regulierten Umfeld – Carl Zeiss 

Zum Abschluss gewährte Martin Geiger, Validation Manager im globalen SAP-Projekt „FIT4“ bei Carl Zeiss, einen Einblick in die Validierungsstrategie des Unternehmens. Ziel des mehrjährigen Projekts ist der Aufbau eines weltweit einheitlichen, validierten S/4-Templates, das regulatorische Anforderungen über alle Geschäftsbereiche hinweg erfüllt. 

Das Programm umfasst über 850 End-to-End-Prozesse, mehr als 100 Standorte und rund 14 000 SAP-Anwender. Der risikobasierte Ansatz folgt GAMP 5 und kombiniert zentrale Standardisierung mit lokaler Verantwortung. Die Validierungsdokumentation erfolgt im SAP Solution Manager mit elektronischen Signaturen, ergänzt durch SAP Signavio und Jira für Prozess- und Anforderungsmanagement. 

Besonderen Wert legt Zeiss auf Quality Gates, klare Rollen und geschulte Projektteams. Langfristig strebt das Unternehmen eine stärker objektbasierte, teilautomatisierte Validierung an – als Grundlage für eine globale, zukunftssichere SAP-Landschaft unter Einhaltung höchster Compliance-Standards. 

Abschluss & Ausblick 

Nach einem Tag voller spannender Einblicke, lebendiger Diskussionen und praxisnaher Impulse klang der erste DHC Life Sciences Day in entspannter Atmosphäre aus.
Beim gemeinsamen Mittagessen, an der Candybar und in den Kaffeepausen nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich fachlich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. 

Zum Schluss wurde der rote Faden sogar essbar:
Für jeden ausgefüllten Feedbackbogen gab’s rote Süßigkeiten in Form langer „roter Fäden“ – ein süßer Abschluss für einen Tag voller Austausch, Ideen und guter Gespräche. 

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus: Besonders gelobt wurden die spannenden Einblicke in SAP Cloud ALM und den DHC Smart Validation Accelerator die inspirierenden Kundenvorträge von Unternehmen wie URSAPHARM, Sartorius und Greiner sowie die offene, ungezwungene Atmosphäre.
Viele wünschten sich für das nächste Mal noch mehr Austausch, Live-Demos und Praxisbeispiele – einige sogar eine zweitägige Veranstaltung. 

Mit diesem Feedback im Gepäck blickt die DHC Dr. Herterich & Consultants GmbH bereits auf den DHC Life Sciences Day 2026, der erneut in Saarbrücken stattfinden wird.
Auch im kommenden Jahr soll der Branchentreffpunkt wieder aktuelle Themen rund um SAP, GxP und digitale Validierung aufgreifen – mit neuen Impulsen, spannenden Projekteinblicken und natürlich jeder Menge Raum für Vernetzung. 

 

 

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