DSAG-Jahreskongress 2026: DHC zwischen Praxis, Partnerschaft und persönlichem Austausch
Drei Tage DSAG-Jahreskongress in Köln liegen hinter uns. Im Mittelpunkt standen persönliche Begegnungen, Praxisbeiträge zu Releasewechseln, End-to-End-Tests und Computersystemvalidierung sowie der offene Austausch über die Zukunft der SAP-Welt.
Drei Tage DSAG-Jahreskongress in Köln liegen hinter uns. Was bleibt, sind viele gute Gespräche, bekannte Gesichter, neue Kontakte und spannende Impulse für unsere Arbeit im SAP- und Life-Sciences-Umfeld. Es war schön, Kunden und Partner wiederzusehen, Gespräche aus laufenden Projekten persönlich weiterzuführen und sich mit anderen SAP-Anwendern über aktuelle Herausforderungen auszutauschen.
Im Arbeitskreis Life Sciences und Prozesse waren wir mit zwei Beiträgen vertreten, die gemeinsam mit Kunden aus der Praxis entstanden sind. Den Auftakt des Life-Sciences-Blocks machte der gemeinsame Beitrag von INFORMATICS Life Sciences und Hevert Arzneimittel zur validierten S/4HANA-Transformation unter GxP-Anforderungen. Danach folgten zwei Beiträge, in denen wir gemeinsam mit Kunden Einblicke in unsere Projektarbeit gaben: zu Releasewechseln und End-to-End-Tests sowie zur Computersystemvalidierung in einer S/4HANA-Transformation.
Releasewechsel und End-to-End-Tests im regulierten Umfeld
Den ersten dieser beiden Beiträge gestalteten Sarah Färber von Hevert Arzneimittel und Christian Gasper, Practice Manager SAP Life Sciences und Partner, DHC. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum Funktionstests allein nicht ausreichen, wenn ein Releasewechsel Auswirkungen auf durchgängige Geschäftsprozesse und eine komplexe Systemlandschaft hat.
Ein Releasewechsel verändert nicht nur einzelne Funktionen. Betroffen sein können auch Datenstrukturen, Eigenentwicklungen, Berechtigungen und Schnittstellen. Im regulierten Umfeld müssen diese Änderungen kontrolliert, nachvollziehbar und mit Blick auf Datenintegrität und Patientensicherheit geprüft werden.
Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, worauf es bei End-to-End-Tests ankommt: auf realistische Testdaten, klare Verantwortlichkeiten über Systemgrenzen hinweg und ein strukturiertes Defect-Management. Auch Change Freezes, die rechtzeitige Planung von Testressourcen und das Testen mit den tatsächlichen Berechtigungsrollen der Anwender gehören dazu.
Gerade bei Prozessen wie Procure-to-Pay oder Order-to-Cash greifen viele Systeme und Fachbereiche ineinander. Fehler bei Buchungen, Steuercodes, Retouren oder Schnittstellen zu Archiv-, Banken-, Steuer- und Konsolidierungssystemen können weitreichende Folgen haben. Der gemeinsame Austausch im Arbeitskreis hat gezeigt, wie wichtig es ist, solche Abhängigkeiten früh sichtbar zu machen und nicht erst im Produktivbetrieb zu entdecken.
Computersystemvalidierung in der S/4HANA-Transformation
Im anschließenden Beitrag zeigten Leonie Schütt, Teamleiterin Computersystemvalidierung bei Vetter Pharma und Dr. Luzi Barandun, Principal Consultant bei der DHC, wie sich Computersystemvalidierung in eine S/4HANA-Transformation integrieren lässt.
Die zentrale Frage war dabei nicht, wie möglichst viele Dokumente erstellt werden, sondern wie Validierung ein Projekt von Anfang an sinnvoll unterstützen kann. Dafür muss sie bereits in der Analyse-, Konzeptions- und Planungsphase berücksichtigt werden. GxP-relevante Prozesse, Daten, Schnittstellen, Berechtigungen und Anforderungen an die Datenintegrität werden früh betrachtet und risikobasiert bewertet.
Der Ansatz von Vetter Pharma macht deutlich, welchen Unterschied eine solche frühe Einbindung in der Praxis macht. CSV wird dadurch vom nachgelagerten Dokumentationsschritt zum Sparringspartner in der Projektarbeit. Anforderungen und Verantwortlichkeiten werden früher geklärt, Risiken lassen sich besser einschätzen und die notwendige Dokumentation kann auf die tatsächlich kritischen Bereiche konzentriert werden.
Besonders wertvoll war auch hier der Praxisbezug: Die neue Validierungsmethodik wurde gemeinsam mit Key Usern, Qualitätssicherung und IT entwickelt. So entsteht nicht nur ein belastbares Vorgehen, sondern auch ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Compliance und effiziente Projektarbeit zusammenpassen.
Christian Klein, DSAG und der gemeinsame Weg
Am dritten Kongresstag richtete sich der Blick auf die weitere Entwicklung der SAP-Welt. In der Paneldiskussion mit Christian Klein, CEO der SAP SE und der DSAG ging es um SAPs KI-Strategie, das Autonomous Enterprise und die Frage, wie Unternehmen den Weg von technologischen Möglichkeiten zu echtem Nutzen gestalten können.
Dabei wurde deutlich: KI kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn die Grundlagen stimmen. Datenqualität, harmonisierte Prozesse, eine tragfähige Architektur und klare Verantwortlichkeiten sind entscheidend dafür, ob KI-Agenten im Unternehmensalltag zuverlässig eingesetzt werden können. Gerade in gewachsenen und regulierten SAP-Landschaften ist dieser Weg mit vielen praktischen Fragen verbunden.
Ebenso wichtig war die Perspektive der Anwenderunternehmen. Die DSAG machte deutlich, dass Innovation nicht bei Ankündigungen stehen bleiben darf. Kunden brauchen nachvollziehbare Roadmaps, Unterstützung bei der Umsetzung und Lösungen, die auch in heterogenen sowie bestehenden On-Premise- und Hybridlandschaften funktionieren. Der Austausch wurde offen und teilweise emotional geführt, blieb aber konstruktiv – genau das macht den Dialog zwischen SAP, DSAG und den Anwenderunternehmen wertvoll.
Eine persönliche Note bekam die Diskussion durch den Wechsel an der Spitze der DSAG: Jens Hungershausen wurde als Vorstandsvorsitzender verabschiedet, Thomas Henzler als sein Nachfolger eingeführt. Christian Klein würdigte die langjährige Zusammenarbeit mit Hungershausen. Der Wechsel steht damit nicht für einen Bruch, sondern für die Fortsetzung eines wichtigen Austauschs zwischen SAP und der Anwendergemeinschaft.
Drei Tage, die nachwirken
Der DSAG-Jahreskongress lebt von den Themen auf den Bühnen – aber mindestens genauso von den Gesprächen dazwischen. Für uns waren die persönlichen Begegnungen mit Kunden, Partnern und bekannten sowie neuen Kontakten ein wichtiger Teil der drei Tage in Köln. Viele Gespräche werden uns in den kommenden Wochen weiter begleiten und in die gemeinsame Projektarbeit einfließen.
Unser Dank gilt der DSAG für die Organisation und den offenen Rahmen des Kongresses. Besonders bedanken wir uns bei Sarah Färber und Christian Gasper für ihren Beitrag zu Releasewechseln und End-to-End-Tests sowie bei Leonie Schütt und Dr. Luzi Barandun für die gemeinsame Präsentation zur Computersystemvalidierung in der S/4HANA-Transformation.
Wir freuen uns auf die nächsten Begegnungen und darauf, die begonnenen Gespräche weiterzuführen.
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